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Steht eine Abwertung des Euro bevor?

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euro-abwertung(Berlin, den 19.02.2014) Während in Europa die Zinsen aufgrund der eher mittelmäßigen Konjunktur und der weiterhin großen Sorgen in vielen Euro-Ländern auch in den kommenden Monaten eher auf niedrigem Niveau verharren werden, deuten die wirtschaftlichen Vorzeichen in den USA auf Wachstum. Durch eine wirtschaftliche Erholung in Amerika könnten die Konjunktur und damit die Zinsen und die Währung gestärkt werden. Entwickeln sich die Wirtschaftsgebiete in die von vielen Experten mehrheitlich vermutete Richtung, so deutet sich eine Abwertung der Eurowährung zum Dollar, aber auch zu anderen Währungen an. Diese Meinungsbildung erfolgt aufgrund wichtiger Indikatoren und stellt natürlich nur eine Prognose dar – trotzdem erscheint der jetzige Zeitpunkt als eine gute Chance für Währungsanleger. Wie ließe sich ein entsprechendes Engagement aus deren Sicht nun detailliert begründen?

Viele Länder der Euro-Zone haben große Probleme

Betrachtet man die Entwicklung im Südosten der Euro-Zone – insbesondere Griechenland – so ist klar, dass hier weiter sehr große Wirtschaftsprobleme bestehen. Ein neuerliches Hilfspaket für Griechenland ist unumgänglich, wenn das Land überhaupt eine Chance zum Verbleib in der Währungsunion haben soll. Die konjunkturelle Entwicklung kommt kaum in Schwung und viele Fachleute sehen auch mittel- und langfristig kaum Chancen auf eine merkliche Erholung. Doch auch ein wirtschaftlich so bedeutendes Land wie Frankreich bereitet vielen Ökonomen mittlerweile großes Kopfzerbrechen. Ob die mittlerweile angestoßenen Reformpakete Besserung bringen – und wenn ja in welchem Zeitraum – kann zum jetzigen Zeitpunkt niemand sagen. Die rezessiven Tendenzen in dieser bedeutenden Volkswirtschaft verbieten fast höhere Zinsen. Dass das niedrige Zinsniveau einen merklichen Anstieg der Inflation bewirken könnte, kann derzeit nicht beobachtet werden. Die Inflationsrate in der Eurozone liegt aktuell bei ca. 0,7 % im Jahr. Das aufgrund der niedrigen Zinsen „billige“ Geld für Kreditvergaben spiegelt sich bisher auch nicht in einer höheren Kreditvergabe an private Haushalte oder Unternehmen wider. Das Kreditvergabe-Niveau liegt sogar eher auf dem Niveau rezessiver Volkswirtschaften. Insgesamt stehen die Vorzeichen in der Eurozone nicht auf Erholung, was eine Zinsanhebung durch die Europäische Zentralbank (EZB) rechtfertigen würde. Dies allein birgt bereits die Gefahr einer Euro-Abwertung, da globale Investoren eher in Volkswirtschaften mit guten Wachstumsaussichten investieren und ggf. bereits angelegte Gelder sogar aus Europa abziehen könnten.

Die am meisten beachtete Währung US-Dollar ist auf Erholungskurs

Viel attraktiver erscheint aktuell dagegen der US-amerikanische Markt. So bringen zehnjährige Fremdwährungsanleihen aus den USA derzeit etwa 2 % Rendite – durch einen Anstieg des Dollars gegenüber dem Euro könnten hier Renditesprünge in Form von Währungsgewinnen stattfinden. Die zunehmende Stärke der konjunkturellen Entwicklung in den USA im Zusammenspiel mit einem weiter voranschreitenden Schuldenabbau könnte bald in einer moderaten, wirtschaftlichen Steigerungsrate münden. Viele Experten sind zudem der Ansicht, dass ein stärkerer Dollar das internationale Währungssystem aufwerten würde. So mussten aufgrund des bisher niedrigen Dollarkurses viele Länder ihre Währungen künstlich niedrig halten, um wirtschaftlich nicht ins Abseits zu geraten. Gewinnt der Dollar wieder an Stärke, verringert sich dieser Druck ebenfalls. Globale Investoren haben also eher Interesse an einem stärkeren US-Dollar als an einem weiterhin starken Euro. Diese Fakten bedeuten nun nicht unbedingt, dass der US-Dollar aufwerten muss. Nur durch eine nachhaltige Verbesserung der volkswirtschaftlichen Situation, durch eine konjunkturelle Erholung, durch merklichen Abbau der Schulden und durch die nachhaltige Erweiterung von Produktivitäten wird der Dollar wieder anziehen. Ähnlich könnten sich auch andere Währungen entwickeln, z. B. der mexikanische Peso oder die tschechische Krone. Da in Europa eine Umkehr der derzeitigen Entwicklung in nächster Zukunft nicht festzumachen ist, ist die Wahrscheinlichkeit für die Abwertung der Eurowährung recht groß. Viele Investoren sehen diese Chancen bereits jetzt und nehmen entsprechende Umschichtungen ihrer Investitionen vor. Die aufmerksame Beobachtung der Währungsverhältnisse insbesondere im Vergleich Europa – USA könnte in den nächsten Monaten zu einer lohnenden Beschäftigung werden – Pflicht für globale Kapitalanleger ist sie in jedem Fall.

Bild© Sebastian Kaulitzki – Fotolia.com

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